Veranstaltungen

Förderrichtlinie

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat am 31. Juli 2026 im Bundesanzeiger die „Richtlinie zur Förderung von Projekten im Wissenschaftsjahr 2027 – Raumfahrt“ veröffentlicht. Bis zum 14. September 2026 können Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Kommunen, Vereine, Stiftungen und Unternehmen ihre Projektskizzen einreichen. Im Fokus des Wissenschaftsjahres 2027 stehen die Raumfahrt und ihre Bedeutung für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

Was wird gefördert?
Gesucht werden innovative Projekte und Formate der Wissenschaftskommunikation, die den Dialog zum Thema Raumfahrt zwischen Forschung und Öffentlichkeit stärken. Das kann zum Beispiel eine Ausstellung, ein Podcast, ein Mitmach-Experiment sein – alles, was Wissen rund um das Thema Raumfahrt Bürgerinnen und Bürgern näherbringt. Besonders gefragt sind Formate, die Menschen erreichen, die bisher wenig Berührungspunkte mit Wissenschaft hatten.

Förderhöhe, Fristen und Verfahren
• 20.000 bis 100.000 Euro pro Einzel- oder Verbundprojekt
• Einsendeschluss der Projektskizze: 14. September 2026
• Zweistufiges Verfahren: Einreichung über das Portal easy-Online
• Nach positiver Bewertung folgt die Aufforderung zum förmlichen Förderantrag
• Projektlaufzeit: April bis Dezember 2027
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Veranstaltungen

Am 17. Juni 2026 fand die Onlineveranstaltung „Zugang zu Forschungsdaten nach dem Digital Services Act“ mit Herrn Julian Jaursch als Vertreter des deutschen Digital Services Coordinator (DSC) statt. Der Digital Services Act ist eine EU-Verordnung, um den digitalen Raum sicherer, fairer und transparenter zu gestalten. Um dieses Ziel zu erreichen, regelt die Verordnung unter anderem auch den Forschungsdatenzugang, um systemische Risiken zu erforschen und auf bisher unzugängliche Daten zuzugreifen.

In der Onlineveranstaltung informierte Herr Jaursch Interessierte aus der Sicherheitsforschung über die Möglichkeiten und den aktuellen Stand des Forschungsdatenzugangs gegenüber sehr großen Onlineplattformen (z. B. Amazon, LinkedIn, Google etc.) nach dem Digital Services Act (DSA). Dabei werden sogenannte Very Large Online Platforms (VLOPs) and Very Large Online Search Engines (VLOSEs) unterschieden. Wichtigste Botschaft: Aktuell ist ein guter Zeitpunkt für Forschende, sich mit gut durchdachten Antragstellungen zu engagieren. So kann die Forschungscommunity aktiv mitgestalten, wie die Regelung für den Forschungsdatenzugang in der Praxis Form annimmt.

Zentrale Erkenntnisse

Bedarf ist da: Wachsendes Antragsaufkommen

Die Zahl der eingereichten Anträge auf Forschungsdatenzugang wächst stetig und zeigt, dass der Bedarf an einer plattformbasierten Datengrundlage in der Forschungscommunity hoch ist.

Regelwerk aktiv – Prozesse noch im Werden
Die Regelung zum Forschungsdatenzugang nach Art. 40 DSA ist seit Oktober 2025 in Kraft. Sie ermöglicht es Forschenden unter bestimmten Voraussetzungen, nicht-öffentliche Daten sehr großer Plattformen zu erhalten. Dabei kann es sich beispielswiese um Algorithmus- und Nutzungsdaten in Form von Kennzahlen zur Reichweite und Empfehlungslogik oder Interaktionsabläufen von Inhalten oder etwa zu Meldungen und Beschwerden handeln.

Der Prozess befindet sich nach wie vor in einer Phase des Auslotens: Bislang wurden noch keine Forschungsdaten von großen Onlineplattformen tatsächlich übermittelt. Zuständigkeiten, Abläufe und Standards werden schrittweise erprobt und konkretisiert. Eine aktive Antragstellung durch die Forschungscommunity ist daher nicht nur im Eigeninteresse, sondern stärkt den gesamten Prozess. Gerade zum Start der Regelung zum Forschungsdatenzugang kommen praktische Schwierigkeiten und Hindernisse auf. Daher trägt jeder Antrag dazu bei, Prozesse zu konsolidieren und den Rahmen für zukünftige Vorhaben zu schärfen.

So geht der formale Antragsprozess für nicht-öffentliche Daten
Die Antragstellung ist ein umfangreicher rechtlicher Prozess mit hohen Anforderungen, etwa zu Datenschutz und -sicherheit. Der Leitfaden des deutschen DSC sowie das Material der Datenschutzbehörden helfen, sich im Zugangsprozess für Forschungsdaten zu orientieren. Auch der irische DSC informiert in einem Leitfaden ausführlich zum Antragsprozess. Innerhalb der Forschungscommunity hält das DSA 40 Data Access Collaboratory zu den Entwicklungen auf dem Laufenden. Der Digital Services Coordinator und die deutschen Datenschutzbehörden geben Hilfestellungen im Prozess des Forschungsdatenzugangs, etwa durch online verfügbare Leitfäden.

Der Forschungsdatenzugang nach dem DSA ist ein wichtiges Instrument – steht aber noch am Anfang. Die Veranstaltung verdeutlichte die Relevanz des Regelwerks und zeigte, wie Forschende sich engagieren und aktiv mitgestalten können.
Bis zum 15. September 2026 ist die interaktive Wanderausstellung „Sicher, oder?“ in der Universitätsbibliothek Freiburg (UB) zu sehen. Seit ihrer Eröffnung am 12. August widmet sich die Ausstellung den Themen Sicherheitsforschung, Krisenvorsorge und Katastrophenmanagement. Im Fokus steht die zentrale Frage: Wie gehen wir als Individuen und als Gesellschaft mit Ausnahmesituationen richtig um?

Stromausfall, Hochwasser oder ein Unfall zu Hause: Krisen können jederzeit und überall auftreten. „Sicher, oder?“ zeigt an interaktiven Stationen, wie man sich auf Katastrophen und Krisen vorbereiten kann und wie man sich während und nach einer Krise verhält. Besucherinnen und Besucher tauchen dabei in unterschiedliche Szenarien ein und lernen unter anderem spielerisch, Situationen richtig einzuschätzen, Informationen weiterzugeben, gemeinsam Entscheidungen zu treffen und selbst vorzusorgen.

Die Exponate sind von Projekten aus Modellregionen Deutschlands inspiriert, die im Rahmen des BMFTR-Wettbewerbs „SifoLIFE – Demonstration innovativer, vernetzter Sicherheitslösungen“ gefördert werden. Entwickelt wurde die Wanderausstellung von der Organisation IMAGINARY und dem Projekt „Begleitforschung SifoLIFE - Effektiv und nachhaltig in die Praxis (BeLIFE)“. Gastgeber der Station in Freiburg ist das Team des Projekts „Sicher Leben in Freiburg: Resilienz-Management für die Stadt (FreiburgRESIST)“ gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Freiburg.


Podiumsdiskussion zum Thema Sicherheit im September
Am 15. September 2026 findet die Abschlussveranstaltung der Station in Freiburg unter dem Thema „Sicher Spaß haben – Podiumsdiskussion zur Sicherheit bei Veranstaltungen in Freiburg“ in der UB statt. Hier sprechen Vertreterinnen und Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Forschung, Kultur und Wissenschaft über die Herausforderungen bei Großveranstaltungen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Graduierten-Netzwerk „Zivile Sicherheit“

Kommunale Verwaltungen sind immer wieder von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen – von klassischer Ransomware bis hin zu Phishing- und DDoS-Angriffen. Doch wie gut sind Kommunen auf einen möglichen Vorfall vorbereitet und wie gut kommen sie aus einer Krisensituation wieder heraus?

Esther Kern, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Brandenburgischen Institut für Gesellschaft und Sicherheit (BIGS) stellt beim nächsten Online-Treffen des Graduierten-Netzwerk „Zivile Sicherheit“ am 29. September 2026 ab 19:00 Uhr erste Zwischenergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Resilienz Digitaler Kommunen in Krisenzeiten (REDIKOM)” vor. Gemeinsam wird ein Blick auf die Bedrohungslandschaft und die Herausforderungen, aber auch auf die Handlungsmöglichkeiten für Verwaltungen und ermutigende Beispiele aus der kommunalen Praxis geworfen.

Wer beim nächsten Online-Treffen teilnehmen möchte, wendet sich bitte mit einer kurzen E-Mail an graduierten-netzwerk-zivile-sicherheit@posteo.de, um die Einwahldaten zu erhalten.

Egal ob aus Forschung, Praxis oder Verwaltung – alle Interessierten sind willkommen und herzlich eingeladen, mitzudiskutieren.

Horizont Europa

In einer Erweiterung zum Arbeitsprogramm 2026/27 von Horizont Europa werden voraussichtlich demnächst Ausschreibungen veröffentlicht, die den Brückenschlag zwischen dem aktuellen und dem kommenden Forschungsrahmenprogramm zum Ziel haben. Die zivile Sicherheit kann hierbei insbesondere von den folgenden Ausschreibungen profitieren:

● HORIZON-BRIDGING-2027-05-01: Skills Bridging Action
● HORIZON-BRIDGING-2027-04-03: Bringing innovative climate preparedness and resilience solutions closer to the market
● HORIZON-BRIDGING-2027-02-05: Advancing promising results from Pillar II collaborative research through the innovation journey

Noch sind die Ausschreibungen nicht final – der aktuelle Entwurfsstand, der an das Komitologieregister weitergeleitet wird, ist jedoch bereits verfügbar.

Machen Sie als Akteure der zivilen Sicherheitsforschung von den Möglichkeiten der Ausschreibung Gebrauch und bringen Sie Ergebnisse weiter auf den Weg zum Transfer sowie mehr Fachkräfte in die zivile Sicherheit.
Die Europäische Forschungsexekutivagentur (REA) sucht erfahrene Praktikerinnen und Praktiker, die als unabhängige Gutachtende Forschungsanträge im Rahmen von Horizont Europa – Cluster 3 bewerten. Dafür sind erfahrene Personen aus den Bereichen der Strafverfolgung, des Grenz- und Katastrophenschutzes, aber auch aus dem Bereich KRITIS oder Cybersicherheit gefragt.

Was sind Ihre Aufgaben?
Als Gutachtende bewerten Sie eingereichte Projektanträge zu Themen wie organisierter Kriminalität oder Infrastrukturschutz – und bringen dabei Ihre operative Praxiserfahrung ein. Gleichzeitig erhalten Sie Einblick in neue Technologien und Trends und erweitern Ihr europäisches Netzwerk.

Wie können Sie mitmachen?
Die Registrierung erfolgt über die EU Funding & Tenders Portal Expert Database. Nach der Anmeldung ist Ihr Profil für EU-Behörden sichtbar, die Expertinnen und Experten für Bewertungen und Projektmonitoring suchen.

Informationen und Neuigkeiten

Pandemien und hybride Bedrohungen sind eine Gefahr für das Gesundheitssystem. Ob Hackerattacken auf Krankenhäuser, Giftanschläge auf Trinkwasserspeicher, Angriffe mit Krankheitserregern oder eben Seuchen: In solchen Krisenfällen müssen Gesundheitseinrichtungen und Einsatzkräfte der BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) gleichermaßen schnell reagieren. Und dafür ist ein Gesundheitslagebild nötig – möglichst rasch und umfassend. KI-gestützt geht das besonders schnell.

Das ist die Idee von AtheneKI. Im gerade gestarteten BMFTR-Verbundprojekt arbeiten zivile und militärische Akteure gemeinsam daran, mit KI und neuen Datenarten die Gesundheitslage im Krisenfall flexibel, proaktiv und schnell beurteilen zu können. Die Features:

Datenintegration aus allen Bereichen des Gesundheitswesens: In einer Serverinfrastruktur mit KI-Entwicklungsumgebung können KI-Anwendungen im Gesundheitssystem trainiert werden. Idealerweise entsteht so ein Frühwarnsystem.
● Ein Kollaborationslabor mit Großbildschirmen, 3D-Tischen und XR-Brillen erleichtert die Lagebeurteilung.
● Ein mobiler Sensor, der eine Probe auf mehrere Virenarten gleichzeitig untersuchen kann.

Ziel des Projekts ist es, das Gesundheitssystem insgesamt resilienter zu gestalten und dabei alle Akteure einzubinden. Damit ist AtheneKI ein gutes Beispiel für die zivil-militärische Zusammenarbeit. Im Konsortium dabei sind die Sanitätsakademie der Bundeswehr (German Federal Armed Forces), das Bernhard Nocht Institute for Tropical Medicine, die Emschergenossenschaft / Lippeverband und die Universitätsmedizin Essen.
Am 17. Juli 2026 wurden zwei Drohnensysteme aus dem vom BMFTR geförderten Verbundprojekt „LARUS – Praxistransfer in Rettungsorganisationen (LARUS-PRO)“ vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) übergeben. Am Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt sollen sie weiter erprobt, betriebsbereit gehalten und perspektivisch im Zivil- und Katastrophenschutz eingesetzt werden.
Feierliche Übergabe der LARUS-Drohne vom BRK an das DLR in Cochstedt. Bild: DLR / Jens Schlüter
Feierliche Übergabe der LARUS-Drohne vom BRK an das DLR in Cochstedt. Bild: DLR / Jens Schlüter
LARUS-PRO zur Vermisstensuche und Überwachung von Hochwasser- und Vegetationsbrandlagen
Ziel von LARUS-PRO war es, das im Vorgängerprojekt entwickelte Drohnensystem in die Praxis von Rettungsorganisationen zu überführen. Die BRK-Stabsstelle Forschung untersuchte dafür Einsätze bei Vermisstensuchen, Hochwasser- und Vegetationsbrandlagen sowie zur Erkundung schwer zugänglicher oder großflächiger Gebiete. Zudem entstanden Konzepte für eine BOS-Drohnenbasis, die Einbindung in Führungs- und Alarmierungsstrukturen sowie die Nutzung von Luftbilddaten für digitale Lagebilder.
LARUS-Drohnen überzeugen durch Leistungsfähigkeit
Bei den Fluggeräten handelt es sich um Starrflügelsysteme, die mit einer Spannweite von 3,60 Metern und einer maximalen Abflugmasse von 30 Kilogramm je nach Einsatzprofil Flugzeiten von bis zu sieben Stunden erreichen. Damit sind sie insbesondere für die großflächige Erkundung ausgedehnter Schadensgebiete ausgelegt, deren vollständige Erfassung bislang nur mithilfe von Satelliten oder bemannten Flugzeugen möglich ist.

Eines der Systeme ist mit einer hochauflösenden Kartierungskamera ausgestattet, das zweite mit RGB- und Infrarotsensorik zur optischen und thermischen Lageerkundung. Die Missionen werden von einer Bodenkontrollstation über einen direkten Datenlink oder Satellitenkommunikation gesteuert.

Übergabe besiegelt einzigartiges Kooperationsmodell
Im Projektverlauf von LARUS-PRO zeigte sich, dass der Betrieb der komplexen Systeme einen hohen technischen, personellen und zeitlichen Aufwand erfordert. Für einen regelmäßigen Einsatz in den überwiegend ehrenamtlichen Strukturen des BRK waren sie daher nur eingeschränkt geeignet. Das DLR verfügt in Cochstedt über die notwendige Infrastruktur und höchste flugbetriebliche Expertise. Dies zeigte sich bei den ersten erfolgreichen Demonstrationsflügen der LARUS-PRO-Systeme.

Künftig sollen die Drohnen zunächst in Forschungsflügen, Übungen und Demonstrationen eingesetzt werden. Perspektivisch ist auch die Unterstützung realer Katastrophenlagen vorgesehen. Luftbild- und Wärmebilddaten sollen Einsatzleitungen helfen, schnell belastbare Lagebilder zu erstellen und Maßnahmen gezielt zu koordinieren.

Mit der Übergabe der Systeme werden die im Projekt aufgebauten Ressourcen und gewonnenen Erkenntnisse nachhaltig weitergenutzt. Zugleich vertieften DLR und BRK ihre Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz mit der Unterzeichnung eines Kooperationsrahmenvertrags in Cochstedt.

Meldung des BRK-Teams Sicherheitsforschung
Mitarbeitende der Feuerwehr Dortmund zeigen auf der CELIDON-PRO-Abschlussveranstaltung, wie das System funktioniert. Bild: Feuerwehr Dortmund
Mitarbeitende der Feuerwehr Dortmund zeigen auf der CELIDON-PRO-Abschlussveranstaltung, wie das System funktioniert. Bild: Feuerwehr Dortmund
Am 9. Juli 2026 präsentierte das Team des vom BMFTR geförderten Projekts „Praxistransfer von Lokalisierungssystemen zur Unterstützung von Rettungskräften (CELIDON-PRO)“ eine innovative Lokalisierungstechnologie für Feuerwehreinsatzkräfte im Ausbildungszentrum der Feuerwehr der Stadt Dortmund. Eine Live-Demonstration fand vor den Augen zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter von Feuerwehren, Feuerwehr-Fachverbänden, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und der Presse statt. Dabei wurde eindrucksvoll gezeigt, dass zum Beispiel das Auffinden einer verunglückten Einsatzkraft mithilfe des entwickelten Lokalisierungsdemonstrators deutlich schneller und zielgerichteter möglich ist.
Klein, aber oho: Innovative Lokalisierungstechnologie für Feuerwehreinsatzkräfte
Feuerwehreinsatzkräfte arbeiten bei Brandeinsätzen häufig unter extremen Bedingungen: dichter Rauch, hohe Temperaturen und vollständige Nullsicht erschweren Orientierung und Kommunikation. Gerät ein Atemschutztrupp in eine kritische Lage, zählt jede Sekunde; insbesondere dann, wenn Einsatzkräfte selbst gerettet werden müssen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt CELIDON-PRO an.

Ziel des Projektes war es, ein innovatives und kompaktes Lokalisierungssystem zu entwickeln, das Einsatzkräfte auch unter schwierigsten Sicht- und Einsatzbedingungen dabei unterstützt, sich gegenseitig in Echtzeit zu lokalisieren. Dafür wurde eine präzise Ultra-Wideband-Ortung (UWB) mit einem winzigen Augmented-Reality-Display in Atemschutzmasken kombiniert. Der große Vorteil des miniaturisierten Systems: Es kann als 360°-Displayanwendung in die bestehende Schutzausrüstung der Einsatzkräfte integriert werden. So erhöht CELIDON-PRO das Sicherheitsniveau der Rettungseinsätze und verhindert Unfälle, die durch erschwerte Sichtbedingungen entstehen.
Das Projektkonsortium unter Konsortialführung der Docs in Clouds TeleCare GmbH präsentiert die im Forschungsprojekt „KABINE“ entwickelte mobile telemedizinische Versorgungseinheit. Bild: KABINE-Projekt / Uniklinik RWTH Aachen
Das Projektkonsortium unter Konsortialführung der Docs in Clouds TeleCare GmbH präsentiert die im Forschungsprojekt „KABINE“ entwickelte, mobile telemedizinische Versorgungseinheit. Bild: KABINE-Projekt / Uniklinik RWTH Aachen
Mit einer öffentlichen Abschlussdemonstration auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks in Aachen ist das BMFTR-Forschungsprojekt „Telemedizinische Untersuchungskabine zur Sicherstellung der ärztlichen Grundversorgung (KABINE)“ erfolgreich zu Ende gegangen. Das im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit“ durchgeführte Verbundprojekt wurde unter Konsortialführung der Docs in Clouds TeleCare GmbH gemeinsam mit der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen und der Rudolf Riester GmbH sowie unter Einbindung mehrerer assoziierter Partner realisiert.
Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bevölkerungsschutz, Gesundheitswesen und Politik nutzten die Gelegenheit, sich über die Projektergebnisse sowie das Potenzial der entwickelten telemedizinischen Versorgungseinheit für den Einsatz in Krisen- und Katastrophensituationen zu informieren. Dabei erhielten sie einen praxisnahen Einblick in die Funktionsweise der integrierten Medizingeräte sowie in den telemedizinischen Behandlungsablauf.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorstellung der vom Projektkonsortium in den vergangenen zwei Jahren entwickelten KABINE, die auf Basis einer umgebauten Toilettenkabine entstanden ist. Das System wurde konzipiert, um die hausärztliche Versorgung auch dann sicherzustellen, wenn infolge einer Katastrophe Arztpraxen, Krankenhäuser oder Verkehrswege beschädigt, zerstört oder überlastet sind. In einer Live-Demonstration zeigten die Projektbeteiligten, wie Patientinnen und Patienten mithilfe der KABINE medizinisch versorgt werden können. Dabei führten die entsprechenden Personen unter telemedizinischer Anleitung selbstständig verschiedene Untersuchungen durch.

Live-Demonstration zeigt Einsatz in der Praxis
Vor der Demonstration präsentierte das Projektkonsortium die zentralen Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Im Fokus standen insbesondere die technische Umsetzung der mobilen Versorgungseinheit, die Erprobung des Systems unter realitätsnahen Bedingungen sowie mögliche zukünftige Einsatzszenarien im Bevölkerungsschutz. Die KABINE soll dazu beitragen, Versorgungslücken in außergewöhnlichen Schadenslagen zu überbrücken und die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung auch unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Mobile Versorgungseinheit für den Krisenfall
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Verbundprojekts wurde ein innovativer Ansatz für die medizinische Versorgung in Krisensituationen entwickelt und erprobt. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung telemedizinischer Lösungen im Bevölkerungsschutz und können Impulse für zukünftige Konzepte einer resilienten Gesundheitsversorgung liefern. Bereits jetzt zeigt sich eine hohe Akzeptanz der KABINE bei den Besucherinnen und Besuchern der Abschlussveranstaltung sowie bei den Teilnehmenden der Studien.


Nach einer Meldung der Uniklinik RWTH Aachen vom 08.07.2026, ergänzt um Angaben zum Verbundprojekt KABINE.
Veranstaltungen
Security Essen, 22.-25.09.2026
EURO DEFENCE EXPO, Essen, 22.-25.09.2026
● Bundeskongress Kommunale Verkehrssicherheit und Kommunale Ordnung, Mainz, 23./24.09.2026
Rethink! IT Security Herbst, Berlin, 24./25.09.2026
Rethink! Cloud Security, Berlin, 24./25.09.2026
VSW-Sicherheitstag, Budenheim, 30.09.2026
BCM Summit 2026, Hamburg, 01./02.10.2026
FLORIAN, Dresden, 08.-10.10.2026
RESCUE DAYS Original 2026, Mosbach, 09.-11.10.2026
13. KRITIS PRAXIS Forum, Würzburg, 13./14.10.2026
ECO Security Roadshow, München 14.10.2026
RISK Jahreskolloquium 2026 - "Resiliente Gesellschaft, stabile Infrastruktur - nachhaltiger Wiederaufbau nach Konflikten“, Neubiberg, 13.10.2026
BMFTR-Innovationsforum „Zivile Sicherheit“, Bonn, 14.-15.10.2026
RMA-Konferenz Rating & Krisenmanagement 2026, München, 15.10.2026
14. Bundesfachkongress des deutschen Feuerwehrverbandes, Berlin, 16.10.2026

Meldungen aus SIFO-Projekten
● SAGRE | Gewalt gegen Rettungs- und Einsatzkräfte besser verstehen, Magazin der Berliner Feuerwehr (SAGRE-Artikel auf Seite 22), 27. Ausgabe
● K3VR | Wie Kommunikation Konflikte entschärft: Forschungsprojekt K3VR überführt Erkenntnisse zur Deeskalation in VR-Trainings, idw-online, 30.06.2026
KABINE:
Bei Katastrophe: Toilettenhäuschen soll medizinische Versorgung bringen, WDR, 10.07.2026
WC-Kabinen zur ärztlichen Versorgung, WDR, 07.07.2026
DIXIE-KLO wird zur Arztpraxis in Katastrophengebieten, 100,5 Radio, 08.07.2026
LARUS-PRO DROHNEN:
Kooperation für Katastrophenschutz: Drohnentestzentrum in Cochstedt: So soll der Bevölkerungsschutz gestärkt werden, Volksstimme (Bezahlschranke), 20.07.2026
Neue Waldbranddrohnen werden in Cochstedt stationiert, mdr Aktuell, 19.07.2026
● CELIDON-PRO | Innovation für Feuerwehr Dortmund: Neues Ortungssystem soll Leben retten, WDR, 22.07.2026


SIFO-Themen in den Medien
Katastrophenschutz in sozial schwachen Vierteln, WDR5, ARD-Mediathek, 04.09.2025


Soziale Medien

LinkedIn-Post | Live-Demonstration Drohnensystem LARUS-PRO am DLR-Standort in Cochstedt | Anke Kaysser-Pyzalla
LinkedIn-Post | Abschlussdemonstration Projekt KABINE | Docs in Clouds TeleCare GmbH
LinkedIn-Post | Abschlussdemonstration Projekt KABINE | Docs in Clouds TeleCare GmbH
LinkedIn-Post | Start des BMFTR-Verbundprojekts AtheneKI | Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
LinkedIn-Post | Call for Papers für die Jahreskonferenz motra-k #27 | Projekt MOTRA
LinkedIn-Post | Start des Begleitvorhaben Sektor-X-Net im Rahmen der BMFTR-Förderrichtlinie „Sektorübergreifende Maßnahmen resilienter Versorgung“ | Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e.V.
LinkedIn-Post | Neuer Blogbeitrag: „Der Active Club Germania – strategische Inszenierungen wehrhafter Männlichkeit(en)“ | Projekt RadiGaMe
LinkedIn-Post | Forschung zu Drohnenabwehrsystemen – SIFO-Projekt IDAS-PRO| Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
LinkedIn-Post | Neue Folge des Podcast „Keyboard Ideologies“: „Active Clubs – Teil einer neuen rechten Jugendkultur? | Projekt RadiGaMe
LinkedIn-Post | Projektabschluss KIARA-PRO | Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum e.V. (DRZ)
LinkedIn-Post | Start Pflegeregister als Teil des Projekts LifeGRID | Landkreis Wesermarsch